Erdbeeren pflanzen

Hängeerdbeeren

Erdbeerexperimente im Garten - einfach mal was Anderes ausprobieren

Erdbeeren sind gerade in Deutschland – und in den Sommermonaten der pure Genuss. Die saftige Frucht ist nicht nur beim Konsument, sondern auch in deutschen Gärten sehr beliebt. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt laut Landwirtschaftsministerium bei ca. 3,4 kg. Die aromatische Frucht zeichnet sich durch eine große Sortenvielfalt aus. Doch nicht nur Forscher experimentieren gerne mit den unterschiedlichen Erdbeersorten. Auch (Hobby-) Gärtner können ihr Glück durchaus versuchen. Welche Erdbeersorten es gibt, wie man seine eigenen Erdbeersorten kreuzen kann und welche Möglichkeiten es im Allgemeinen für Hobbygärtner gibt, stellt dieser Artikel vor.

Eigene Erdbeersorten kreieren - lassen sich Erdbeeren kreuzen?

Ursprünglich ist die Erdbeere als kleine Walderdbeere (Fragaria vesca) in Deutschland bekannt. Die großen roten Früchte gab es erst später im 18. Jahrhundert, nachdem sich Kreuzungen aus der kanadischen wilden Scharlach-Erdbeere und der chilenischen Erdbeere ergaben. Über Jahre und Jahrhunderte hinweg experimentierten Forscher und Hobbyzüchter mit den unterschiedlichsten Erdbeersorten und lieferten zahlreiche Erdbeersorten, die teilweise bis heute beliebt und sehr schmackhaft sind. Beliebte Sorten sind zum Beispiel:

- Moschus Erdbeere (Fragaria moschata)
- Knack Erdbeere (Fragaria viridis)
- Halbwilde Erdbeere (Fragaria x vescana)
- Aprikosenerdbeere (Fragaria nilgerrensis)

Von der Natur geliefert oder durch Züchter kreiert: Unter den Erdbeersorten gibt es viele schmackhafte Kreuzungen, die durch individuelle Aromen locken. Eigene Erdbeersorten kreieren ist durchaus möglich. Immerhin haben auch viele Kreuzungen ihren Ursprung bei Hobbygärtnern. Allerdings steckt hier ein teilweise aufwändiges Verfahren dahinter, das sich aber mit etwas Übung auch durch den Hobbygärtner in die Tat umsetzen lässt:

- Für eine sogenannte Kombinationskreuzung benötigt der Hobbygärtner zunächst zwei unterschiedliche Erdbeersorten.
- Durch ein „Kastrationsverfahren“ werden an der Mutterpflanze die Knospen geöffnet und der Staubbeutel wird entfernt.
- Die Knospen werden mit einem Zellglas oder Pergamentbeutel überzogen, damit eine unerwünschte Befruchtung durch Insekten ausgeschlossen ist.
- Als nächstes wird der Blütenstaub der ausgewählten Vaterpflanze beschafft. Auch hier kommen die Knospen zum Schutz in einen Beutel (vorzugsweise in einen Gazebeutel).
- Sind die Pollenbeutel vollständig entwickelt, nimmt man die Blüten ab und sammelt den Blütenstaub in sauberen Glasröhrchen, wo der Blütenstaub kühl aufbewahrt wird.
- Sobald sich auf der Narbe der Blüten ein klebriger Nektartropfen abzeichnet, ist es Zeit für die Befruchtung.
- Für die Befruchtung der Blüten wird der zuvor gesammelte Blütenstaub vorsichtig mit einem feinen Pinsel auf die Narbe getupft. Den Vorgang wiederholt der Hobbygärtner die nächsten drei Tage täglich.
- Nachdem die Blüten befruchtet sind, werden sie wieder unter dem Beutel vor Wind und Insekten geschützt, damit sich nicht eine weitere Kreuzung untermischt.
- War die Befruchtung erfolgreich, wächst und gedeiht die Züchtung wie andere Pflanzen auch.

Nach der erfolgreichen Züchtung können Hobbygärtner ihre Eigenkreation ernten. Für spätere Pflanzen sollten nun die Samen der neuen Erdbeerpflänzchen von der reifen Frucht gelöst (die Samen gemeinsam mit der Haut dünn von der Erdbeere abziehen) und direkt danach getrocknet werden. Sobald die Samen vollständig getrocknet sind, wird etwas Erde in Handkästchen oder Tonschalen gefüllt und die Samen gesät.

Achtung: Die Samen nur dünn mit Erde bedecken. Anschließend die Saat feucht und warm halten – nach circa 12 Wochen haben sie sich zu kräftigen Sämlingen entwickelt. Diese Sämlinge lassen sich nun pflanzen, sodass sich hieraus die leckeren Erdbeeren entwickeln. Der Vorgang sollte vor Saisonende wiederholt werden, damit man genügend Samen und Sämlinge hat, um problemlos in die neue Saison zu starten.

Alte Erdbeersorten pflanzen

Zu Beginn wurden bereits einige Erdbeersorten vorgestellt. Dabei handelte es sich um sogenannte „alte Erdbeersorten“, die bereits seit langer Zeit in der Züchtung bekannt sind. Wer im eigenen Garten alte Sorten pflanzen möchte, findet bei diesen drei Erdbeersorten eine besonders aromatische Auswahl:

- Aprikosen Erdbeere (Fragaria nilgerrensis): Die Aprikosen Erdbeere ist auch im voll reifen Zustand sehr hell und klein. Außerdem wird der Aprikosen Erdbeere nachgesagt, dass sie nicht durch den typischen Erdbeergeschmack überzeugt, sondern vom Geschmack an Pfirsiche, Nektarinen – und Aprikosen erinnern.
- Chile Erdbeere (Lucida Perfecta): Die Chile Erdbeere „Lucida Perfecta“ hebt sich durch ihr Äußeres von der Erdbeere aus dem Supermarkt extrem ab. Auffällig ist sie durch ihre nahezu weiße Frucht, die nur über einen dezenten Roséton verfügt. Zwar ist die Chile Erdbeere nicht besonders süß, überzeugt aber dafür mit einem besonders intensiven Aroma.
- Moschus Erdbeere (Fragaria moschata): Die Moschus Erdbeere ist vor allem in Frankreich und England verbreitet. Doch auch in Deutschland lässt sich die Frucht gut anpflanzen. Die Moschus Erdbeeren kennzeichnen sich dadurch, dass sie einen sehr intensiven Duft und einen außergewöhnlichen Geschmack nach Muskat haben.

Erdbeeren als Schmuckpflanzen im Hochbeet

Erdbeeren haben nicht nur eine aromatische Frucht, sondern auch eine schöne Blüte. Daher machen sich die verschiedenen Erdbeersorten nicht nur als Nutzpflanze, sondern auch als Zierpflanze im Garten als hervorragender Blickfang. Warum also nicht mit den verschiedenen Erdbeersorten im eigenen Garten experimentieren und dabei für einen tollen Hingucker im Hochbeet sorgen, der am Ende auch noch hervorragend, intensiv und aromatisch schmeckt? Wer als (Hobby-) Gärtner selbst Erdbeeren im eigenen Garten pflanzen möchte, ist mit dem Hochbeet mitunter besser bedient als mit dem Flachbeet. Mit der richtigen Pflege lassen sich tolle Erträge erzielen. Das Hochbeet ist für den Gärtner freundlich zum Rücken, da das ständige Bücken oder Arbeiten in der Hocke entfällt..

Sommerzeit ist Erdbeerzeit

Kaum hat die Erdbeersaison begonnen, kommt kaum einer an ihnen vorbei. Wer nicht nur auf die Supermarktvarianten zurückgreifen möchte, kann alte Erdbeersorten im eigenen Garten pflanzen, neue Sorten kreieren oder die Plänchen schlicht zur Zierde verwenden. Aber egal, wofür sich der Hobbygärtner entscheidet: Lecker sind die aromatischen Früchte in jedem Fall.

Bildquellen:
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